Entwicklung, Funktionen und Potenziale des Kleingartenwesens

Das Kleingartenwesen in Deutschland hat sich von einem historischen Überlebensinstrument zu einem multifunktionalen Bestandteil urbaner Infrastruktur entwickelt. Das Bundeskleingartengesetz (BKleingG) sichert ihre rechtliche Grundlage, während neue rechtliche Entwicklungen wie die Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) deren langfristige Erhaltung fördern. Auf europäischer Ebene unterstützt die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur (2024/1991) die Bedeutung urbaner Grünflächen für den Klimaschutz und die Förderung der Biodiversität. In Zeiten der Urbanisierung und des Klimawandels bieten Kleingärten nicht nur ökologisch wertvolle Freiräume, sondern auch soziale und gesundheitliche Mehrwerte, die eine zukunftsfähige Stadtentwicklung fördern.

Das Kleingartenwesen in Deutschland und Europa ist weit mehr als ein historisches Relikt früherer Subsistenzstrategien. Es stellt heute ein dynamisch vernetztes sozio-ökologisches System dar, dessen Funktionen über die individuelle Freizeitnutzung hinausgehen. Kleingärten leisten Beiträge zu urbaner Nachhaltigkeit, sozialer Integration und ökologischer Stabilität und sind damit ein relevanter Bestandteil moderner Stadt- und Freiraumentwicklung. Eine wissenschaftliche Betrachtung des Kleingartenwesens eröffnet einen differenzierten Blick auf institutionelle Entwicklungen, ökologische Leistungen und gesellschaftliche Wirkungen.
Autor(en)
Petra Schneider
Contentpartner
© Wasser und Abfall
Publikation
Wasser und Abfall 01-02 / 2026 (Februar 2026)
Verkaufspreis
€ 10,90