Chargenkontrolle mittels KI – Erfahrungen aus dem Landkreis Osnabrück
Vor dem Hintergrund der verschärften Anforderungen aus § 2a BioAbfV – insbesondere der 3 %-Grenze für Fremdstoffe und der Pflicht zur lückenlosen Dokumentation – hat die AWIGO Biomasse GmbH gemeinsam mit der Kubion GmbH eine zukunftsweisende KI-Lösung implementiert. Mit der KI-gestützten Fremdstofferkennungssoftware wird jede Anlieferung automatisiert per hochauflösender Kameratechnik erfasst, objektiv analysiert und rechtssicher dokumentiert. Die KI erkennt Fremdstoffanteile zuverlässig ab 3 % und ermöglicht damit eine reproduzierbare, transparente Bewertung – unabhängig von subjektiven Einschätzungen.
Durch semantische Segmentierung und eine stetig wachsende Datenbasis erzielt das System eine hohe Erkennungsgenauigkeit und liefert belastbare Kennzahlen für Lieferanten, Touren und Herkunftsgebiete. Grenzwertüberschreitungen werden in Echtzeit identifiziert, Anlieferungen können konsequent zurückgewiesen werden. Gleichzeitig wird der Kunststoffanteil nachweislich unter 1 % gehalten – eine wesentliche Voraussetzung für die Vermarktbarkeit hochwertiger Komposte.
Die digitale Dokumentation bis hin zur Verknüpfung mit Wiegeschein und ERP-System schafft maximale Transparenz gegenüber Behörden und Partnern. Das zuständige Gewerbeaufsichtsamt hat die Anlage erfolgreich auditiert. Die KI-gestützte Fremdstofferkennungssoftware steht damit für Effizienz, Rechtssicherheit und Qualität – und setzt einen neuen Branchenstandard für moderne Bioabfallbehandlung.
Autor(en)
Rose-Mary Stegmann
Contentpartner
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Publikation
37. Abfall- und Ressourcenforum 2026 (April 2026)
Verkaufspreis
€ 5,00 oder im Premium-Abonnement enthalten