Perspektiven und Herausforderungen für die Kreislaufwirtschaft aus Sicht der Sekundärrohstoffwirtschaft

Die deutsche Recycling- und Entsorgungsbranche ist ein leistungsstarker Kern der Kreislaufwirtschaft – technologisch führend, hochinvestiv und unverzichtbar für Ressourcen- und Klimaschutz. Gleichzeitig steht sie so stark unter Druck wie selten zuvor.

In Kunststoff- und Textilrecycling, bei Elektroaltgeräten, Reifen und Mineralik reichen die Herausforderungen von ruinöser Billigkonkurrenz und zu niedriger Rezyklatnachfrage über hohe Energiepreise, Investitionsstau und Brandrisiken bis hin zu widersprüchlicher oder überzogener Regulierung.

Internationale Handelshemmnisse, bürokratische Überlastung, etwa durch DIWASS und die neue Abfallverbringungsverordnung, unklare End-of-Waste-Regelungen sowie ein lückenhafter Vollzug gefährden funktionierende Stoffströme und benachteiligen gerade mittelständische Unternehmen.

Die Branche ist bereit zu investieren, Kapazitäten zu sichern und neue Technologien voranzubringen. Was sie braucht, sind verlässliche, praxistaugliche Regeln, fairer Wettbewerb, echte Anreize für Rezyklateinsatz und den Mut, vorhandene Instrumente konsequent umzusetzen – statt funktionierende Kreisläufe durch Regulierung zu schwächen.
Autor(en)
Bernhard Jehle
Contentpartner
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Publikation
37. Abfall- und Ressourcenforum 2026 (April 2026)
Verkaufspreis
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