Bioabfallerfassung und -verwertung im europäischen Vergleich – Rechtliche Vorgaben, Erfassungsleistung, Qualitätsmanagement und Verwertung in der Schweiz

Die Schweiz verfügt seit über 30 Jahren über ein konsequent aufgebautes System zur stofflichen und energetischen Verwertung biogener Abfälle. Klare rechtliche Vorgaben, das Verursacherprinzip und hohe Qualitätsstandards prägen die Entwicklung. Jährlich werden rund 1,45 Mio. t Bioabfälle in über 260 Vergärungs- und Kompostierungsanlagen verarbeitet, welche organische Recyclingdünger für Landwirtschaft und Gartenbau produzieren. Biogas trägt wesentlich zur Versorgung mit erneuerbarer Energie bei. Herausforderungen bestehen in der Reduktion von Kunststoffeinträgen, der Erschliessung zusätzlicher Potenziale sowie der Integration neuer Technologien. Die Branche setzt bei Bioabfällen auf Qualitätsmanagement, Sensibilisierung und technische Innovation zur Umsetzung der Kreislaufwirtschaft.

Die Verwertung biogener Abfälle in der Schweiz ist eine Erfolgsstory. Bereits 1986 hält das Leitbild für die schweizerische Abfallwirtschaft1 fest, dass Abfallwirtschaft dem Schutz des Menschen und seiner Umwelt dient, dass Entsorgungssysteme als Ganzes umweltverträglich sein müssen und dass die inländische Entsorgung Priorität besitzt. Es gilt, dass die öffentliche Hand Entsorgungssysteme nicht subventioniert und dass die Verursacher von Abfällen die Kosten der Entsorgung und Verwertung zu tragen haben (Verursacherprinzip). Diese Grundsätze trugen massgeblich zur Entwicklung und Umsetzung der heute beinah flächendeckenden stofflichen und energetischen Verwertung von Bioabfällen bei.
Autor(en)
Urs Baier
Contentpartner
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Publikation
37. Abfall- und Ressourcenforum (2026) (April 2026)
Verkaufspreis
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