Stand und Perspektiven der Alttextilerfassung und -verwertung aus Sicht der gemeinnützigen Sammler

Die Einführung der Getrenntsammlungspflicht zum 01.01.2025 fiel in eine Phase tiefgreifender Marktverwerfungen am Markt für Alttextilien. 2025 zeigte sich, dass das bislang erlösgetragene Sammelsystem strukturell unter Druck geraten ist und vielerorts faktisch wirtschaftlich nicht mehr tragfähig ist. Der Beitrag analysiert die Entwicklung im Krisenjahr, beschreibt aktuelle Stabilisierungsmöglichkeiten im kommunalen Kontext und ordnet die Rolle gemeinnütziger Sammlungsstrukturen ein. Abschließend werden die Perspektiven im Hinblick auf das kommende EPR-System und die Anforderungen an einen geordneten Übergang zu einer finanzierungsbasierten Wertstofflogik dargestellt.

Ein Jahr nach Inkrafttreten der Getrenntsammlungspflicht für Alttextilien zeigt sich ein widersprüchliches Bild. Während die rechtliche Verpflichtung zur getrennten Erfassung besteht, befindet sich der Markt für Alttextilien in einer tiefgreifenden strukturellen Krise. Preisverfall, Absatzschwierigkeiten, steigende Entsorgungskosten für Fremdund Störstoffe sowie eine sinkende Qualität der Sammelware haben die wirtschaftliche Grundlage vieler Sammlungen erheblich geschwächt. Erstmals seit Jahrzehnten rutschten die veröffentlichten Marktpreise sogar in den negativen Bereich.
Autor(en)
Thomas Ahlmann
Contentpartner
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Publikation
37. Abfall- und Ressourcenforum 2026 (April 2026)
Verkaufspreis
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