Bioabfall aus der Mehrfamilienhausbebauung – ein wenig genutztes Potenzial

Die Analyse der Abfallmengen zeigt, dass die Siedlungs- und Bebauungsstruktur signifikante Auswirkungen auf das Aufkommen und die Verwertungswege von Abfällen hat. Mit zunehmender Verdichtung nimmt auch das spezifisches Haus- und Geschäftsmüllaufkommen (in kg/E*a) der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger (örE) zu. Im Gegenzug nimmt das spezifische Bio- und Grüngutaufkommen mit zunehmender Verdichtung ab.

Die Tatsache, dass in Mehrfamilienhäusern oft keine Biotonnen vorhanden sind oder diese schlecht genutzt werden, führt zu einer erheblichen Menge an biologischen Abfällen, insbesondere Küchen- und Nahrungsabfälle, die im Restabfall landen. Dieses Ungleichgewicht deutet auf ungenutzte Ressourcen hin, die beträchtliches Potenzial für die Abfallverwertung und das Recycling bieten. Eine Verbesserung der Abfalltrennung und das Angebot von Biotonnen in diesen Strukturen könnten die Recyclingquoten erhöhen und die Umweltauswirkungen der Abfallentsorgung verringern.
Zusammengefasst zeigt die Analyse, dass Maßnahmen zur Verbesserung der Abfallentsorgung und -trennung in Mehrfamilienhäusern und Großwohnanlagen dringend erforderlich sind, um das volle Potenzial recycelbarer biogener Abfälle zu nutzen.
Autor(en)
Dr.-Ing. Michael Kern, Dipl.-Ing. Jörg Siepenkothen
Contentpartner
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Publikation
Biomasse-Forum (2025) (November 2025)
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