Direkte Effekte großer Wasserkraftanlagen auf potamodrome Fischpopulationen - ein Überblick über aktuelle Untersuchungsergebnisse und erfolgsversprechende Minderungsmaßnahmen
Wenn Fische die Turbinen von Wasserkraftanlagen passieren, kann nicht ausgeschlossen werden, dass es zu Verletzungen und Todesfällen kommt. Bezogen auf die Populationen liegen die Mortalitätsraten an größeren Kaplanturbinen für die meisten Arten und Stadien jedoch im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Messbare Auswirkungen auf potamodrome Fischpopulationen sind daher wahrscheinlich eher die Ausnahme und wurden bisher auch nicht dokumentiert. Habitatmaßnahmen sind eine vielversprechende Möglichkeit, um den Kontakt mit Turbinen zu reduzieren und die verbleibende Mortalität zu auszugleichen.
Fische können an Kraftwerken bei der Abwärtswanderung geschädigt und getötet werden, sei es beim Turbinendurchgang , beim Wehrüberfall, bei der Rechenpassage oder bei der Passage durch Fischabstiegseinrichtungen. Auf Grund der potenziell hohen Schädigungen in Turbinen konzentrierte sich die Forschung in den letzten Jahren verstärkt auf die Mortalitätsfaktoren bei der Turbinenpassage. Dabei hat sich gezeigt, dass der direkte Kontakt mit Turbinenschaufeln (Blade- Strike) sowie Druckunterschiede (Barotrauma) die wesentlichen Mortalitätsursachen sind, während Scherkräfte und Turbulenzen zwar Schädigungen verursachen können, aber selten tödlich für die Fische sind. Die meisten Erkenntnisse wurden dabei an Lachs und Aal gewonnen, während nur wenige Untersuchungen an potamodromen Arten durchgeführt wurden. Auch ist die Auswirkung der turbinenbedingten Mortalität von Individuen auf potamodrome Populationen weitgehend unbekannt. Ein Review zu diesem Thema fand keine einzige Studie, die einen Einfluss auf Populationen nachgewiesen hätte.
Autor(en)
Dr. Walter Reckendorfer, Franziska Fechner
Contentpartner
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Publikation
WasserWirtschaft 09 / 2025 (September 2025)
Verkaufspreis
€ 10,90