Fisch-Populationsmodelle zur Abschätzung der Wirkung von Renaturierungsmaßnahmen am Unteren Inn

Diese Studie kombiniert funktionale Habitatdynamik mit Larvendrift- und Populationsdynamikmodellen, um Renaturierungsmaßnahmen an einem Abschnitt des unteren Inn in Bayern zu bewerten. Das verbesserte Angebot an Laich- und Aufwuchshabitaten für kieslaichende Arten führt zu einem prognostizierten Anstieg der Rekrutierung je Art um durchschnittlich 14,9 Individuen/ha (7,3 Döbel/ha bis 27,3 Äschen/ha). Allerdings bleibt die Habitatverfügbarkeit limitiert, und aufgrund fehlender funktionaler Konnektivität sind nur 33 % aller vorhandenen Aufwuchshabitate nutzbar.

Fließgewässer unterliegen zahlreichen Nutzungen, die mit erheblichen hydromorphologischen Veränderungen einhergehen, wie Wasserkraft, Wasserstraße und Schifffahrt, aber auch technischer Hochwasserschutz und Landnutzung [1]. Die Kanalisierung und Fragmentierung vieler Flüsse führte zur Homogenisierung von Abflussverhältnissen und Habitatbedingungen mit erheblichen Folgen für die Fischpopulationen [2]. Heute sind vielerorts typische Flussfischarten und Wanderfische so defizitär, dass die Umweltziele der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) nicht erreicht werden und positive Bestandstrends vieler Arten zum Stillstand kamen bzw. sich umkehrten.
Autor(en)
Dr. David Farò, Dr. Christian Wolter
Contentpartner
© WasserWirtschaft
Publikation
WasserWirtschaft 09 / 2025 (September 2025)
Verkaufspreis
€ 10,90