Systemauslegung des modifizierten Denil-Passes für die Passage des Bemessungsfisches auf Basis empirischer Erkenntnisse
Die Grundlage für die Systemauslegung von beckenartigen Fischaufstiegsanlagen liefert die Annahme, dass ein Fisch in Engstellen einen Korridor von mindestens der dreifachen Fischbreite benötigt. Mit den vorliegenden Untersuchungen wurde für Salmoniden geprüft, ob dieser Bemessungsansatz auch als Dimensionierungsgrundlage für den modifizierten Denil-Pass (MDP) in Bezug auf den Lamellenausschnitt Anwendung finden kann.
Dazu wurden videogestützte Versuchsreihen durchgeführt, in welchen das Schwimmverhalten aufgezeichnet und interpretiert wurde. Die Untersuchungen wurden mit Bachforellen, Seeforellen und Huchen, deren Körperbreiten mehrheitlich über ein Drittel des Lamellenausschnittes betrugen, durchgeführt. So konnte der Aufstieg für Individuen, deren Körperbreiten bis zu 60 % des Lamellenausschnittes betrug, dokumentiert werden. Im Zuge der Untersuchungen konnten im kurzen Beobachtungsfenster von 1,5 Tagen 100 % der Forellen und 50 % der Huchen den Fischpass zur Passage problemlos nutzen. Von den aufgestiegenen Individuen konnten jeweils etwa 40 % auch beim Abstieg beobachtet werden. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse wurden durch Daten aus Video- und Reusenmonitorings ergänzt und entsprechend interpretiert. Als Ergebnis konnte festgestellt werden, dass der Ansatz der 3-fachen Fischbreite auch für die Dimensionierung des modifizierten Denil- Passes einen praktikablen Ansatz darstellt.
Autor(en)
DDipl.-Ing. Dr. techn Georg Seidl, Dipl.-Ing. Markus Haslwanter
Contentpartner
© WasserWirtschaft
Publikation
WasserWirtschaft 05 / 2025 (Mai 2025)
Verkaufspreis
€ 10,90