Definitionssache: Turbulenzen, Selbstbelüftung und Wasser-Luft-Abfluss auf Schussrinnen

Talsperren spielen eine wichtige Rolle bei der Stromerzeugung aus Wasserkraft, der Bewässerung oder dem Hochwasserschutz. Entlastungsbauwerke wie Schussrinnen sind dabei wichtige Sicherheitsorgane, um ein unkontrolliertes Überströmen von Talsperren zu vermeiden. Aufgrund der alternden Infrastruktur und der Notwendigkeit, die durch den Klimawandel verursachten größeren Hochwassermagnituden zu bewältigen, wird die Sanierung und Aufrüstung bestehender Talsperren vermehrt notwendig. Um das Versagen von Schussrinnen zu verhindern, woraus Schäden flussabwärts resultieren können, sind verlässliche Bemessungsrichtlinien dringend erforderlich.

Schussrinnen von Talsperren dienen der sicheren Abführung von Hochwasser. Die typischerweise steilen Neigungen erzeugen schwerkraftbedingt hohe Geschwindigkeiten. An der Gerinnesohle entstehende Turbulenzen führen zu Selbstbelüftung und Wasser-Luft-Abfluss. Das Prozessverständnis ist essenziell zur Bemessung von Schussrinnen. An einem großskaligen Modell wurden mit moderner Messtechnik Experimente durchgeführt. Die Erkenntnisse tragen zum Verständnis hochenergetischer Wasser-Luft-Strömungen und der Dimensionierung von Hochwasserentlastungsanlagen bei.
Autor(en)
Carolin Friz, Matthias Bürgler, Dr. Benjamin Hohermuth, Prof. Dr. Robert Boes
Contentpartner
© WasserWirtschaft
Publikation
WasserWirtschaft 01 / 2024 (Januar 2024)
Verkaufspreis
€ 10,90