SELFRAG-Technologie - der Schlüssel für die nächste Generation von Aufbereitungsanlagen für MVA-Schlacke
Gegenwärtig realisiert die SELFRAG AG den Aufbau einer neuen Generation von Aufbereitungsanlagen für MVA-Schlacke, deren innovativer Ansatz die selektive Fragmentierung mit trocken- und nassmechanischen Aufbereitungstechnologien aus Bergbau und Recycling kombiniert. Nebst der Rückgewinnung von Metallkonzentraten mit hoher Qualität, ermöglicht die Anlage das Recycling von mineralischen Fraktionen. Dadurch wird die Recyclingquote auf 50-60 Gew.-% des Schlackeninputs gesteigert, und der knappe Deponieraum in der Schweiz massiv entlastet. Die neuartigen Fraktionen können in der Schweiz gesetzeskonform als Sekundärrohstoffe in der Zementklinkerproduktion verwertet werden. Zukünftig ist auch ein Einsatz als sekundäre Gesteinskörnung im Beton oder Straßenbau denkbar.
Nach den klassischen Aufbereitungsverfahren verbleiben ca. 85 Gew.-% der Schlacke in verschiedenen Restfraktionen, die erhöhte Gehalte an Schadstoffen, vor allem Schwermetallen, aufweisen. Die Verwertung solcher Rückstände in der Bauindustrie ist in der Schweiz gesetzlich mit sehr hohen Anforderungen eingeschränkt. Ziel ist eine Anreicherung von Schadstoffen in der Bausubstanz zu vermeiden. Während das Recycling von weniger belastetem Baumaterialien gut etabliert ist, wird MVA-Schlacke in der Schweiz deponiert. Dies ist problematisch, da die gesicherten und verfügbaren nationalen Entsorgungskapazitäten für Schlacken in der Schweiz auf ~17 Jahre begrenzt sind (BAFU 2021). Kritisch ist vor allem die regionale Verteilung der Entsorgungskapazitäten. Bereits heute sind in einigen Regionen die Deponiekapazitäten erschöpft und die Eröffnung neuer Deponieprojekte sind politisch schwierige und langwierige Prozesse. Infolgedessen steigen die Entsorgungskosten für Schlacke, so dass die Verbrennungsindustrie ein großes Interesse daran hat, geeignete mineralische Fraktionen zu verwerten, um die Kosten der Deponierung zu reduzieren. Nebst dieser logistischen Motivation ist eine umweltverträgliche Verwertung als wichtiger Beitrag in Richtung einer nachhaltigen und funktionierenden Kreislaufwirtschaft angestrebt.