Risiko der Flutung unterirdischer Bauwerke nach Versagen von Hochwasserschutzeinrichtungen
Die Flutung unterirdischer Bauwerke nach Versagen von Hochwasserschutzeinrichtungen findet derzeit in aktuellen Hochwasser-Gefahrenkarten bzw. Hochwasser-Risikokarten keine hinreichende Beachtung. Jedoch sind auch in Deutschland regelmäßig Todesopfer durch Ertrinken nach Überschwemmung unterirdischer Räume zu beklagen. Die vorliegenden Untersuchungen befassen sich daher mit physikalischen und numerischen Simulationen zur Analyse der Flutungsprozesse unterirdischer Bauwerke, wobei die flächenhafte Flutwellen-ausbreitung als Randbedingung gewählt wird.
Die Untersuchungen zeigen die Gefahren bzw. das Risiko in unterirdischen Bauwerken bei Hochwasserereignissen auf. Es wird erkenntlich, dass je nach geometrischer und hydraulischer Randbedingung eine sehr große, das menschliche Leben betreffende Gefährdung auftritt. Diese muss durch geeignete Hinweise und Informationen, aber auch durch ausreichende Schutzmaßnahmen Beachtung finden. Eine Empfehlung zur Einbeziehung unterirdischer Bauwerke in aktuelle Hochwassergefahrenkarten wird ausgesprochen, um eine ausreichende Informationsvorsorge für alle Bevölkerungsgruppen in betroffenen Überschwemmungsgebieten zu ermöglichen. Die potenziellen Gefahren können, wie hier vorgestellt, aus dem Fall des unvorhersehbaren Versagens von Hoch-wasserschutzeinrichtungen oder auch aus Überschwemmungen durch Sturzfluten nach extremen Niederschlagsereignissen resultieren. Entsprechend sollten auch Kellerwohnungen und tief liegende Garagen in potenziell gefährdeten Gebieten einer Analyse unterzogen bzw. Informationen an die jeweilige Bevölkerung bezüglich möglicher Gefahren sowie auch bezüglich Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln weitergegeben werden.
Autor(en)
Prof. Dr.-Ing. habil. Mario Oertel, Univ.-Prof. Dr.-Ing. Andreas Schlenkhoff
Contentpartner
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Publikation
WasserWirtschaft 03 / 2008 (März 2008)
Verkaufspreis
€ 10,90